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Black Hat SEO

von Timo Schnalzger

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10.06.2022

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Titelbild Wiki 404 Fehler

In der guten alten Zeit, als es noch kein Red Dead Redemtion gab, sondern sich die Leute noch gegenseitig an der frischen Luft erschossen haben, hatte der Böse des Wilden Westens immer einen schwarzen Hut auf, damit man ihn leicht erkannt hat. So suggerieren es zumindest zahlreiche Hollywood-Western. Ob das nun tatsächlich so war, sei dahingestellt, jedenfalls war diese Darstellung in Filmen der Anlass, SEO-Methoden in White Hat und Black Hat zu unterteilen. Was man darunter versteht, wie Black Hat SEO aussieht und ob es schlechten Leuten wirklich immer gut geht, erfährst Du im Beitrag.

Was ist Black Hat SEO?

Die Definition von Black Hat SEO ist ganz einfach: Damit bezeichnet man alle Methoden, die genutzt werden, um eine Website besser ranken zu lassen und die dabei gegen die Richtlinien von der Suchmaschinen verstoßen. Dann spricht man nicht mehr von Suchmaschinenoptimierung, sondern von einer Manipulation des Rankings. Doch warum gibt es die Webmaster Richtlinien überhaupt? Diese Guidelines sind nicht willkürlich erlassen worden, sondern dienen dazu sicherzustellen, dass dem User nur relevante Suchergebnisse angezeigt werden. Beim Black Hat SEO wird über technische Mittel bewusst der Eindruck erzeugt, eine Seite sei relevanter oder beliebter als sie eigentlich ist. Oder anders ausgedrückt: Trust und Reputation – zwei der wichtigsten Rankingfaktoren – werden künstlich erhöht.

Welche SEO-Taktiken nun genau gegen die Vorgaben einer Suchmaschine verstoßen erfährst Du in den Webmaster-Richtlinien. Für Google findest Du diese hier. Welche Black Hat Taktiken im Online-Marketing zum Einsatz kommen, erfährst Du im Folgenden.

Klassische Methoden des Black-Hat-SEO

Mit „klassischen Methoden“ meinen wir hier Maßnahmen zur Manipulation des Rankings, von denen Du vielleicht schonmal etwas gehört hast, weil sie in den Anfangszeiten von Google erfolgversprechend waren. Die Betonung liegt auf waren. Wir zählen Sie darum nicht nur der Vollständigkeit halber auf, sondern auch um Dich ausdrücklich vor ihrer Verwendung zu warnen. Google ist nämlich heute leicht in der Lage, diese Methoden zu erkennen und straft sie ab.

Keyword Stuffing

Beim Keyword Stuffing handelt es sich vielleicht um die bekannteste Methode des Black-Hat-SEO. Sogar von Laien kann man manchmal hören, man müsse einfach nur Unmengen an Keywords auf einer Website unterbringen und schon werde man von Google als besonders relevant betrachtet und rutsche im Ranking entsprechend weit nach oben. Das stimmt schon seit gut 10 Jahren nicht mehr. Die Google-KI ist heute ohne Probleme dazu in der Lage, derartige Überoptimierungen zu erkennen. Solche Seiten werden heute praktisch alle abgestraft.

Hidden Content

Auch dieser Klassiker der Ranking-Manipulation ist weit über SEO-Kreise hinaus bekannt. Die Vorgehensweise ist dabei der des Keyword Stuffing sehr ähnlich. Auch beim Hidden Content soll die Suchmaschine mit Keywords zugeballert werden, nur das diese nicht im sichtbaren Text erscheinen – wo ihre extrem hohe Dichte für die User irritierend wäre. Stattdessen werden die Keywords in einem separaten Text untergebracht, der vor den Usern versteckt wird. Dies geschieht meist sehr einfach, indem man die Schriftfarbe der des Hintergrunds anpasst, den Text also unsichtbar macht. Doch auch Links können versteckt werden, indem man den Linktext zum Beispiel auf ein Satzzeichen beschränkt, so dass er dem User gar nicht mehr auffällt.

Du ahnst es schon: Natürlich erkennt Google auch solche Manipulationsversuche mittlerweile und straft sie entsprechend ab.

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Welche Methoden des Black Hat SEO gibt es heute?

Natürlich hat nicht nur Google sich weiterentwickelt, sondern auch das Black Hat SEO. Heute setzt niemand mehr auf Keyword-Stuffing und versteckte Inhalte, die zeitgemäßen Methoden sind wesentlich subtiler und raffinierter, aber auch mit mehr Aufwand verbunden. Aber lohnt sich dieser Aufwand überhaupt?

Offpage – Bachlinks im Black Hat SEO

Backlinks sind das wichtigste Tool der Offpage-Optimierung, kein Wunder also, dass sie auch im Black Hat SEO eine Rolle spielen. Ganz allgemein kann man sagen, dass alle Maßnahmen, die darauf abzielen Backlinks durch nichtorganisches Linkbuilding zu erzeugen, in den Bereich des Black Hat SEO fallen. Doch wie funktioniert das genau?

Die bekannteste Methode zum nicht-organischen Linkaufbau ist der Kauf von Backlinks. Es gibt zahlreiche Websites, die sich darauf spezialisiert haben, Backlinks oft gleich massenhaft an interessierte Kunden zu verkaufen. Wer nicht kaufen will, kann auch Linktausch betreiben, das heißt im Grunde nichts anderes, als dass sich zwei Domains gegenseitig Backlinks zuschustern. Wer weder Geld noch Freunde hat, kann sich außerdem darauf verlegen Foren oder den Kommentarbereich von Blogbeiträgen mit Links zuzuspammen, die auf die Seite verlinken, die gepusht werden soll.

Sind solche Taktiken erfolgreich? Kommt darauf an. Vor allem der Kauf oder Tausch von Backlinks kann funktionieren, wenn er von Google nicht erkannt wird. Sollte Google die Taktik aber durchschauen, ist eine Abstrafung die Folge. Tunlichst abzuraten ist hingegen von sämtlichen Spamming-Taktiken. Nicht nur, dass diese durch Google erkannt werden können, Forenbetreiber und Blogschreiber gehen mittlerweile in der Regel auch rigoros gegen Spam vor.

Cloaking im Black Hat SEO

Wer Cloaking („verhüllen“) betreibt, versucht damit eine Schwäche des Google Algorithmus auszugleichen. Der Crawler der Suchmaschine kann nämlich Text wesentlich besser automatisiert verarbeiten als andere Arten von Information, wie zum Beispiel Bilder oder Videos. Somit ist die Website technisch am besten suchmaschinenoptimiert, die ausschließlich aus Text besteht.

Eine solche Textwand ist für den User natürlich grauenvoll und sollte tunlichst vermieden werden. Beim Cloaking wird eine Website so eingerichtet, dass sie erkennt, ob ein Crawler oder ein Mensch auf sie zugreift und jedem unterschiedliche Seiten zeigt. Dem Crawler wird meist eine leicht lesbare HTML-Seite präsentiert, wohingegen der menschliche User auf eine Seite mit vielen optischen Reizen wie Bildern usw. weitergeleitet wird.

Die Weiterleitung der Benutzer erfolgt bei diesen Seiten nicht über eine normale 301-Weiterleitung sondern meist mittels Java-Script oder Flash, weil das für Google nur sehr schwer zu erkennen ist. Wird Cloaking jedoch erkannt, stellt es einen Verstoß gegen die Richtlinien von Google dar und wir entsprechend abgestraft. Auch hier gilt: Durch die immer bessere KI der Suchmaschine hat das Cloaking in den letzten Jahren massiv an Wirksamkeit verloren.

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Doorway Pages

Doorway Pages werden auch Brückenseiten genannt, da sie dem User einer Brücke bauen sollen. Diese Brücke führt ihn jedoch nicht dahin, wo er hinmöchte, sondern zu dem Ziel, zu dem ihn die manipulierende Seite leiten möchte. Praktisch heißt das: Ein Schuhhändler aus Stuttgart kreiert eine Brückenseite, die auf das Keyword „Schuhgeschäft Ulm“ optimiert ist. Der Schuhhändler hat dabei gar keine Niederlassung in Ulm, sondern möchte User, die nach dem fraglichen Keyword suchen, über die Brückenseite auf seine Domain dirigieren.

Das Problem für Google ist klar: Solche Seiten täuschen die Nutzer und verhindern, dass sie finden, was sie suchen – wie ein lokales Schuhgeschäft in Ulm. Unzufriedene Nutzer sind Googles schlimmster Alptraum, weshalb der Suchmaschinenriese entsprechend gegen Doorway Pages vorzugehen versucht.

Doorway Pages

Doorway Pages werden auch Brückenseiten genannt, da sie dem User einer Brücke bauen sollen. Diese Brücke führt ihn jedoch nicht dahin, wo er hinmöchte, sondern zu dem Ziel, zu dem ihn die manipulierende Seite leiten möchte. Praktisch heißt das: Ein Schuhhändler aus Stuttgart kreiert eine Brückenseite, die auf das Keyword „Schuhgeschäft Ulm“ optimiert ist. Der Schuhhändler hat dabei gar keine Niederlassung in Ulm, sondern möchte User, die nach dem fraglichen Keyword suchen, über die Brückenseite auf seine Domain dirigieren.

Das Problem für Google ist klar: Solche Seiten täuschen die Nutzer und verhindern, dass sie finden, was sie suchen – wie ein lokales Schuhgeschäft in Ulm. Unzufriedene Nutzer sind Googles schlimmster Alptraum, weshalb der Suchmaschinenriese entsprechend gegen Doorway Pages vorzugehen versucht.

Angriffe von außen: negatives SEO

Ein Sonderfall des Black Hat SEO ist das sogenannte negative SEO. Was ist negatives SEO? Das ist eigentlich ganz einfach. Beim negativen SEO wird versucht eine Website, einer anderen eine Penalty von Google aufzuhalsen, indem eine sie Google suggeriert, die angegriffene Seite verwende Methoden des Black Hat SEO. Das funktioniert in der Regel ganz einfach, indem die angreifende Seite mit zahllosen Links auf die angegriffene Domain verweist. Dadurch soll bei Google der Eindruck entstehen, es handle sich um unnatürliche Backlinks. Um es rechtzeitig zu bemerken, falls Du auf diese Art angegriffen wirst, ist es wichtig, dass Du regelmäßig Dein Backlink-Profil checkst.

Ist Black Hat SEO verboten?

Rechtlich lässt sich diese Frage recht einfach beantworten: Nein, Black Hat SEO ist nicht verboten. Nach den deutschen Gesetzten darfst Du Backlinks kaufen wie Milch und Eier. Es gibt auch kein Gesetzt, das es verbietet Dein Ranking zu verbessern, indem Du für einen Crawler andere Inhalte anzeigen lässt als für einen Menschen. Aber wie schon geschrieben, straft Google einen Verstoß gegen seine Webmaster Guidelines sehr wohl ab. Wenn Dein Ranking erst mal um 30 Plätze gefallen ist, wird es schwierig, wieder auf die alte Position zurückzukehren. Ist es das Risiko also wert?

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SEO Rakete

Lohnt sich Black Hat SEO?

Auch hier ist der Fall klar: Frag zwei SEOs, erhalte drei Antworten. Es ist tatsächlich möglich mit dem Nutzen von Black Hat Techniken, die gegen die Webmaster Richtlinien verstoßen, schnelle Erfolge in Form eines besseren Rankings Deiner Page in den Suchergebnissen zu erzielen. Werden diese Praktiken einigermaßen geschickt angewandt und nicht übertrieben, sind sie für Google teilweise auch noch schwer zu entdecken.

Das Hauptproblem liegt jedoch aus unserer Sicht nicht im technischen Bereich. Kritisch ist vielmehr, dass sich durch unlautere Taktiken zwar kurzfristige Erfolge erzielen lassen, diese jedoch nicht nachhaltig sind. Linkfarmen und Co. mögen dazu beitragen, Deine Platzierung in den Suchergebnissen zu verbessern, jedoch kreieren sie kein positives Nutzererlebnis; ganz im Gegenteil kann eine manipulierte Seite sogar höhere Erwartungen wecken als sie erfüllen kann. Die Nutzer werden sich enttäuscht abwenden und Dein organischer Traffic schrumpft. Außerdem besteht immer die Gefahr, dass die Algorithmen der Suchmaschine ein Update bekommen, dass in der Lage ist, die Black Hat Techniken, die Du nutzt, zu erkennen – mit den bekannten Folgen für Dein Ranking.

Letztendlich ist Black Hat SEO aus gutem Grund in den Google-Richtlinien verboten. Es erschafft keinen Mehrwert für Nutzer, die Taktiken dienen nur dazu Mensch und Maschine zu täuschen. Außerdem geben sie den Nutzern keinen Grund auf Deiner Website zu bleiben oder sie sogar wieder zu besuchen. Doch auch diese nichttechnischen Faktoren berücksichtigt Google beim Erstellen eines Rankings. Kluge Webseitenbetreiber nutzen ihre Zeit und Fähigkeiten lieber, um optimierte Inhalte für ihre User zu kreieren. Damit wirst Du langfristig mehr erreichen als mit kurzen Erfolgen beim Manipulieren. Nicht umsonst gewinnt das Duell im Western immer der mit dem weißen Hut und nicht mit dem schwarzen.

Zusammenfassung: Black Hat SEO

Es gibt viele Möglichkeiten Suchmaschinen zu manipulieren, um das eigene Ranking zu verbessern. Google wird jedoch immer besser darin, diese zu erkennen und straft sie entsprechend ab. Das Hauptproblem liegt jedoch darin, dass Black Hat SEO eine Seite für den User relevanter erscheinen lässt als sie ist. Ein enttäuschter User wird nicht auf der Seite bleiben oder gar eine Transaktion einleiten. Verwende Deine Zeit darum lieber auf die Erstellung hochwertiger Inhalte mit echtem Mehrwert für Deine User. Google erkennt solche Bemühungen und honoriert sie bei der Indexierung.

Timo Schnalzger

SEO//Content Marketing
Timo war schon in der Schule begeistert von der Literatur. Auf der Suche nach einem Studiengang geriet er an die Germanistik. Dort entdeckte er seine Liebe zum detaillierten Arbeiten an und mit Texten. Erste Gehversuche mit kreativem Schreiben unternahm er in seiner Zeit als Mitglied der studentischen Fachschaft. Jetzt kombiniert er alle diese Interessen und Fähigkeiten bei H&W.