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Canonical Tag: Warum Du genau wissen solltest, was das ist!

von Timo Schnalzger | 28.08.2021 | SEO WIKI

Wikibeitrag zum Canonical Tag

Vielleicht hast Du schon mal von Canonical Tags gehört oder kennst sogar das Attribut rel=“canonical“ aus dem HTML-Code Deiner Website. Doch was ist eigentlich ein Canonical Tag und warum ist er für die Suchmaschinenoptimierung so wichtig? Und vor allem: Wie setzt man einen Canonical Tag ein? Antworten auf all Deine Fragen zu Canonical Tags findest Du in diesem Artikel.

Was sind Canonical Tags und wie funktionieren sie?

Ein Canonical Tag oder eine kanonische URL ist ein wichtiges Tool in der OnPage-Optimierung. Es handelt sich dabei ein HTML-Element in einer Website, das zwei oder mehr Websites mit (fast) gleichem Inhalt kennzeichnet. Im Quelltext erscheint die Canonical URL im Header als Teil eines Link-Elements mit dem Attribut rel=“canonical“. Eine Canonical URL weißt eine Website gegenüber Google also als Kopie aus und zeigt der Suchmaschine, welche Seite das Original ist. Von „kanonisch“ spricht man deshalb, weil Du, wie früher die Kirche, entscheidest, welche Schriften (oder in unserem Fall: Websites) Du als Original anerkennst.

Wenn nun ein Crawler Deine Website scannt, erkennt er die Kopien als solche und behandelt sie nicht wie doppelte Inhalte. Außerdem überträgt er eventuell SEO-relevante Eigenschaften, wie etwa das Ranking der Kopie, auf das Original – aber dazu später mehr. Jedenfalls vermeidest Du, dass Deine Website von Google wegen doppelten Inhalts schlechter gerankt oder eventuell sogar aktiv abgestraft wird. Im Quellcode sieht das dann so aus:

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Warum braucht man kanonische URLs?

Suchmaschinen bewerten Inhalte von Websites nach verschiedenen Parametern. Ein Parameter ist die Einzigartigkeit des Inhalts. Wenn Inhalte auf Deiner Website auf verschiedenen Unterseiten mehrfach vorhanden sind, untergräbt dies deren Einzigartigkeit. Im schlimmsten Fall nimmt Google sogar an, dass Du Inhalte nur dupliziert hast, um durch mehr Content besser zu ranken; dann kann es sogar zu einer aktiven Abstrafung seitens Google kommen. Duplicate Content führt außerdem dazu, dass Suchmaschinen nicht wissen, welche Deiner Seiten sie indexieren sollen.

Manchmal wirst Du es aber schlichtweg nicht umgehen können, dass auf Deiner Website Inhalte mehrfach zu finden sind. Varianten des selben Inhalts bringen manchmal einen Nutzen für Dich oder Deine User, es gibt sogar Situationen, in denen sie technisch notwendig sind. Dann musst Du sie jedoch entsprechend kennzeichnen. Eben das tust Du mit der Canonical URL. Diese praktische Möglichkeit wurde 2009 eingeführt und bringt Vorteile für beide Seiten. Du vermeidest die genannten Probleme und der Google-Crawler spart sich das aufwändige Durchsuchen identischer Versionen der gleichen Seite. Im Folgenden zeigen wir Dir die vier typischen Fälle, in denen mehrere gleiche oder identische Versionen einer Website nicht zu vermeiden sind und geben Dir ein paar Tipps, wie Du am besten damit umgehst.

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Wo und wie setzt man Canonical URLs ein?

Dynamische URLs

Mit dynamischen URLs wirst Du häufig zu tun haben, wenn Du zum Beispiel einen Onlineshop betreibst. Immer wenn ein Kunde Deine Angebote nach Farbe, Größe, Marke, Verfügbarkeit oder irgendetwas anderem, dass ihm gerade in den Sinn kommt, filtert, wird eine dynamische URL erzeugt. Das Problem: Der Inhalt Deiner Website ist in diesem Moment über verschiedene URLs abrufbar. Suchmaschinen erkennen dynamische URLs nicht immer zuverlässig. Dadurch kann es zu Duplicate Content kommen. Dies vermeidest Du zuverlässig, indem Du eine kanonische URL verwendest. Der Canonical der dynamischen URLs verweist dabei immer auf die Originalseite. Die Originalseite selbst hat im Idealfall auch einen Canonical, der jedoch ein Verweis auf die Seite selbst ist.

Infografik zum Thema Canonical Tag

Verschiedene URLs – gleicher Inhalt

Manchmal möchtest Du, dass ein und dieselbe Seite über verschiedene URLs zu erreichen ist. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Du ein Produkt in Deinem Onlineshop verschiedenen Kategorien zuordnen möchtest, also etwa: www.schuhe-mustermann.de/alltagsschuhe/modellXY123 und www.schuhe-mustermann.de/lederschuhe/modelxy123. Auch Blogs stehen sehr häufig vor diesem Problem, nämlich immer dann, wenn ein Beitrag in mehreren Kategorien angezeigt werden soll. Duplicate Content entsteht auch, wenn eine Website zum Beispiel mit und ohne www oder https vor der Domain oder sowohl per Groß- als auch Kleinschreibung erreichbar ist. In solchen Fällen spricht man von technischem Duplicate Content.

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Die selbe Website in verschiedenen Formaten

Du möchtest Deinen Usern die selbe Website in verschiedenen Formaten zur Verfügung stellen? Also zum Beispiel neben der HTML-Website auch als PDF zum Download? Kein Problem! Denke nur daran, dass Google die PDF-Version Deiner HTML-Website als Duplicate Content wertet. Es kann auch passieren, dass Google nicht weis, welche der beiden Seiten das Original ist. Dann kann es vorkommen, dass das PDF-Dokument in den Suchergebnissen ganz oben landet und nicht die HTML-Website. Mit einem Canonical Tag zeigst Du der Suchmaschine, dass die PDF-Version nur ein Duplikat ist. Somit stellt Du sicher, dass Deine HTML-Page immer vor der PDF-Variante rankt und Deine User auf der von Dir bevorzugten Seite landen.

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Cross-Domain-Canonicals

Cross-Domain-Canonicals sind eine Sonderform der kanonischen Tags, mit denen Du von einer fremden Domain auf Deine eigene verweist. Das ist vor allem dann sinvoll, wenn Du Inhalte Deiner eigenen Website auch auf anderen Seiten veröffentlichst, etwa als Gastbeitrag. Somit ist garantiert, dass Du Duplicate Content auch über Websitegrenzen hinweg vermeidest. Vielleicht fragst Du Dich jetzt: „Profitiere ich dann auch von den guten Bewertungen, die mein Geastbeitrag auf der anderen Domain erhält?“ Dieses Frage können wir Dir leider auch nicht mit Sicherheit beantworten. Einige SEO-Experten vermuten, dass Google Feedback und Interaktionen, die ein Gastbeitrag auf einer anderen Domain generiert, auch das Ranking des Originals überträgt, sofern beide mit einer Canonical URL verknüpft sind, andere widersprechen dieser Ansicht. Beweise oder gar eine Auskunft von Google zu diesem Thema, git es leider nicht.

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Was gilt es beim Einsatz von Canonical URLs zu beachten?

 

  • Das Wichtigste zuerst: Immer nur eine Canonical URL pro Seite. Verwendest Du mehrere, ignoriert Google einfach alle und die ganze Mühe war umsonst. Deine Websites werden als Dublicate Content betrachtet und in den Suchergebnissen entsprechend behandelt. 

  • Paginierte Seiten benötigen keine Canonical URL. Durch die Paginierung (Nummerierung) der Seiten verweisen sie alle bereits auf die erste. Die Ähnlichkeit zwischen ihnen wird von einem Crawler also immer ignoriert.

  • Nichts vergessen: Schon ein vergessener Slash oder ein falscher Buchstabe kann dazu führen, dass Dein Canonical Tag im Header nicht mehr funktioniert. Achte also immer auf eine korrekte Schreibweise. Am besten ist es sowieso, wenn Du immer so genannte absolute URLs verwendest, also http://www.hw-seoagentur.com/kontaktstatt hw-seoagentur.com/kontakt. Letzteres funktioniert zwar auch, allerdings sieht der Verweis Deines Canonical Tag dann so aus: http://hw-seoagentur.com/hw-seoagentur.com/kontakt. Das sieht ganz schön irritierend für Deine User aus, nicht war?

  • Die wichtigste Frage, die Du Dir vor Verwendung eines Canonical-Tag stellen solttest, ist: Liegt wirklich doppelter Content vor? Das ist zum Beispiel nicht der Fall, wenn Deine Website in verschiedenen Sprachen verfügbar ist. Die Inhalte sind dann natürlich sehr ähnlich, doch Suchmaschinen werten sie dennoch nicht als Duplicate Content. Unterscheiden sich die Inhalte der Websites zu stark voneinander, wird Google Deine Canonical URLs einfach ignorieren. Beachte, dass Google dabei nicht nur den Text Deiner Website betrachtet, sondern auch die verwendeten Bilder, Infographiken, Videos usw. in den Vergleich mit einbezieht. Aber zum Glück musst Du Dir um dieses Thema keine allzu großen Gedanken machen. Es gibt im Internet zahlreiche Tools, die Dir diese Arbeit abnehmen, so genannte Duplicate-Content-Checker, z. B. das Yoast Duplicate Post-Plugin für WordPress.

  • Niemals rel=“canonical“ und „noindex“ zusammen verwenden: In manchen Fällen kann es vorkommen, dass Du Kopien einer URL hast, die zwar für Deine User einen echten Mehrwert haben, die Du aber aus igrendwelchen Gründen nicht unter den Suchergebnissen bei Google haben möchtest. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Du eine Checkliste oder ein Rezept von Deiner HTML-Website auch als PDF zur Verfügung stellst. Trotzdem möchtest Du natürlich, dass Deine User von Google primär auf Deine HTML-Website geleitet werden, denn nur dort können sie das eingebettete Youtube-Video ansehen, Deinen Newsletter abonieren oder per Formular mit Dir in Kontakt treten. Um zu verhindern, dass die PDF-Version Deiner Seite in den Suchergebnissen indexiert wird, benutzt Du den Tag „noindex“. Doch Vorsicht! Wenn Du „noindex“ und ref=“canonical“ auf der gleichen Seite verwendest, geht Google davon aus, dass nicht nur die Kopie aus den Suchergebnissen verschwinden soll, sondern auch das Original!

Zusammenfassung: Canonical Tag

Canonical-Tags sind ein wichtiges Element der OnPage-Optimierung. Sie ermöglichen es Dir, Deinen Usern Content in vielfältiger und sinnvoller Art und Weise zur Verfügung zu stellen und das Nutzungserlebnis Deiner Website zu vernessern. Dabei Verhindern kanonische URLs, dass Du von Google für Dublicate Content abgestraft wirst. Jedoch kann ihr Nutzten leicht durch Fehler in der Anwendung zunichte gemacht werden. Darum ist es unverzichtbar, sich mit den technischen Eigenheiten von Canonical Tags zu befassen und bei der Programmierung der Website mit großer Sorgfalt zu agieren.

Ein sehr attraktiver Copywriter von H&W (nicht)

Timo Schnalzger

SEO//CONTENT MARKETING
Timo war schon in der Schule begeistert von der Literatur und vom Schreiben. Auf der Suche nach einem mathefreien Studiengang geriet er an die Germanistik. Dort entdeckte er seine Liebe zum detaillierten Arbeiten an und mit Texten. Erste Gehversuche mit kreativem Schreiben und Social-Media-Content unternahm er in seiner Zeit als ehrenamtliches Mitglied der studentischen Fachschaft. Jetzt kombiniert er alle diese Interessen und Fähigkeiten als Copywriter bei H&W.

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